Für Sie vor Ort: Die E.ON Reportage

Giganten im Nordsee-Wind

 

Bei Alpha Ventus leistet Deutschland Pionierarbeit. Dieses Vorzeigeprojekt dient nicht nur der Energiegewinnung, sondern auch der Erforschung von Technik und Umwelt.

 

Text: Axel Novak | Illustration: KircherBurkhardt Infografik

Eine neue Epoche für Deutschland: Ende April eröffnete E.ON mit den beiden Partnern EWE und Vattenfall Europe Deutschlands ersten Offshore-Windpark.Alpha Ventus heißt die Anlage auf hoher See, der Name leitet sich von Alpha, dem ersten Buchstaben im griechischen Alphabet und dem lateinischen Wort für Wind ab. Er markiert den Beginn einer neuen Ära der umweltfreundlichen Stromgewinnung in Deutschland – fernab der Küsten in der offenen See, in großen Wassertiefen und unter Einsatz modernster Technik.
„Die Windenergie wird die zentrale Rolle im Energiemix der Zukunft spielen. Offshore-Windparks sind eine entscheidende Größe“, sagte Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen, der an der Eröffnung teilnahm.
Alpha Ventus ist eine ingenieurstechnische Meisterleistung, fast zehn Jahre lang dauerten die Planung und das Genehmigungsverfahren. Etwa 60 Kilometer vor der Küste in 30 Meter tiefem Wasser stehen nun zwölf Windräder. Insgesamt 60 Megawatt leisten die Anlagen. Das reicht aus, um 50.000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Die Anlagen müssen härtesten Umweltbedingungen und dem rauen Nordseewetter widerstehen. Der Wind bläst am Standort kontinuierlich mit Windstärke fünf. Es ist sehr teuer, Windräder auf hoher See zu errichten. Um diese Kosten wieder hereinzuholen, sind sie sehr groß. 116 bis 126 Meter Durchmesser haben die gigantischen Rotoren, die den Wind auf einer Fläche einfangen, die anderthalb mal so groß ist wie ein Fußballfeld. Über 90 Meter ragen die Türme aus dem Nordseewasser, 26 Meter tief reichen die Gründungspfeiler, die die Windräder auf dem Meeresgrund sicher verankern. Neben den Anlagen mussten auch ein Umspannwerk auf hoher See sowie Kabel verlegt werden, die den produzierten Strom zum Festland leiten.

Info

Experten im Gespräch

Frank Mastiaux, Vorsitzender der Geschäftsführung (CEO), E.ON Climate & Renewables

Weitere Informationen zu den Windrädern

Aufbau eines Windparks

Offshore-Windparks sind sehr komplexe Projekte. Erst müssen die Gründungspfeiler tief im Meeresgrund verankert werden. Dann werden nacheinander Turm und Gondel, zum Schluß die gigantischen Rotorblätter montiert.

Besondere Materialien für extremes Wetter

Nordseewetter kann extrem und sehr unbeständig sein. Um die aufwändige Wartung und Reparatur der Anlagen zu begrenzen, müssen sie gegen Korrosion und Salzwasser geschützt sein. Die Windräder sind auf 20 Jahre und wichtige Bauteile sind aus Sicherheitsgründen mehrfach angelegt. Techniker gelangen mit dem Hubschrauber zu den Anlagen und müssen zu den Turbinen abgeseilt werden.

Lage des Windparks

45 Kilometer nördlich der Insel Borkum, bei einer Wassertiefe von 30 Metern wurden 2009 alle zwölf Windenergieanlagen des ersten deutschen Windparks auf hoher See errichtet

Umspannwerk

Herzstück des Windkraftwerks ist das Umspannwerk: Hier wird der Strom gebündelt und mit einem 16 Zentimeter dicken Kabel zum Festland geschickt. Am Werk können Schiffe anlegen und Hubschauer landen.

Größenvergleich

In der Höhe weht gleichmäßiger Wind. Mit 155 Metern ist das Windrad fast so hoch wie der Kölner Dom.

Info

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