Die E.ON EnergieSpar-Familie
Ein Fall für zwei: Heizen mit Köpfchen
Bevor es wieder richtig kalt wird, denkt Jacqueline Hellriegel über ihre Heizkosten nach. Unser Energieberater zeigt ihr, wie sie ihr Haus in Schulzendorf winterfest machen und sparen kann.
Text: Selina Byfield - Fotos: Stephan Göttlicher
„Mama, kann ich mit dem Skateboard mitfahren, wenn du nachher joggen gehst?“, fragt die zehnjährige Celine und setzt ein charmantes Lächeln auf. „Klar“, antwortet Jacqueline Hellriegel, 40. Die alleinerziehende Mutter und ihre Tochter sind ein sportliches Duo.
Wenn es draußen kalt und ungemütlich ist, kuscheln sie sich gerne mit Kaninchen Chico aufs Sofa im Wohnzimmer. Der Kamin sorgt für Behaglichkeit. „Das ist eine ganz schön große Hütte, die wir hier heizen müssen“, sagt Jacqueline Hellriegel.
Immerhin hat das Haus zwei Etagen mit 150 Quadratmetern Wohnfläche plus Keller. Deshalb will Energieberater Steffen Engler herausfinden, wie die Familie beim Heizen sparen kann.
Als er die Gasrechnung sieht, runzelt er die Stirn: „Für ein 1995 gebautes Haus mit zwei Bewohnern ist der Jahresverbrauch von mehr als 3.000 kWh ziemlich hoch. Normal wäre ein Drittel weniger.“
Also machen sich Hausherrin und Energieexperte auf die Suche nach den Ursachen.
Dämmen, lüften, sparen
Im Erdgeschoss nimmt Engler zunächst die Fenster ins Visier. „Die Rahmen und die doppelt verglasten Scheiben sind in Ordnung. Sie könnten aber die Fugen an den Rollläden erneuern“, sagt er.
„Das sollte man etwa alle sechs Jahre tun.“ Jacqueline Hellriegel nickt erleichtert. Mit ein paar Handgriffen kann sie das leicht selber machen.
Beim Blick auf die Schiebetür zur Terrasse erinnert Engler daran, dass man drei Mal am Tag mit Durchzug lüften sollte. „Fünf Minuten reichen. Kippen Sie die Fenster lieber nicht, sonst geht zuviel Energie verloren.“
Der Rat, keine Möbel vor die Heizkörper zu stellen, erübrigt sich in diesem Haus: Die Hellriegels haben eine Fußbodenheizung.
Nächste Station: Der Dachboden. Eine Wendeltreppe führt in den ersten Stock. „Schließen Sie am besten die Zimmertüren, damit nicht so viel Wärme über das offene Treppenhaus entweicht“, sagt der Energieberater.
Dann öffnet er eine Luke aus Sperrholz und klettert über die Leiter hindurch. In diesem Teil des Hauses liegt das Gebälk der Fassade frei, in den Zwischenräumen steckt Dämmwolle. Durch große Lücken pfeift der Wind.
„Wenn Sie die zustopfen, können Sie rund zehn Prozent Energie sparen“, weiß der Experte. „Außerdem sollten Sie die Luke zum Flur mit einer Polystyrolplatte und Dichtungsband aus dem Baumarkt isolieren.“
Im Bad gesellt sich Celine dazu und berichtet stolz: „Mama sagt immer, ich soll das Wasser ausmachen, wenn ich mich unter der Dusche einseife oder mir die Zähne putze“.
Jacqueline Hellriegel legt beim Warmwasser-Verbrauch nämlich genauso viel Wert auf Sparsamkeit wie bei der Heiztemperatur: „Ich stelle nie mehr als 19 bis 20 Grad ein.“
Dass es im Haus noch ganz andere Energiefresser gibt, wird sie erst beim Check der Heizungsanlage erfahren.
Zeit ist bares Geld
Abstieg unter die Erde. Unterwegs gibt Engler noch einen Tipp zum Thema Beleuchtung: „Bei Energiesparlampen sollten Sie auf eine warme Lichtfarbe achten. Bei kaltem Licht glaubt man, schneller zu frieren.“
Im Keller haben die Hellriegels einen Raum gestaltet, der sie an ihren liebsten Urlaubsort erinnert: Spanien. An einer Wand hängt die spanische Fahne, gegenüber prangt die Silhouette eines Stiers.
Der Energieberater interessiert sich aber für das, was sich hinter einem Vorhang versteckt: der Gaskessel mit dem Warmwasserspeicher.
Ihm fällt auf, dass die Anlage ständig anspringt, obwohl Wasserhähne und Heizung aus sind. Der Blick auf die Zeitschaltuhr verrät: Zwölf Stunden täglich pumpt der Kessel permanent 55 Grad warmes Wasser durch die Zirkulationsleitung.
„Wenn Sie den Dauerbetrieb ausschalten, fließen zwei Liter kaltes Wasser ab, bevor es warm wird. Das ist günstiger, als den Kessel den ganzen Tag laufen zu lassen“, erklärt der Berater. Jacqueline Hellriegel ist überrascht und sagt: „Dann reicht es ja, wenn er morgens vor dem Duschen durchheizt.“
Ein weiteres Energieleck: Durch den Gaskessel strömt permanent kalte Luft und kühlt das Wasser unnötig schnell ab. „Mit einer Abgasklappe im Abzugsrohr lässt sich der Luftzug steuern“, sagt Engler.
Günstige Varianten gebe es schon für rund 80 Euro. „Nach zwei Jahren haben Sie die Kosten durch den gesparten Verbrauch wieder drin.“
Allein mit den kleinen Änderungen an der Gastherme und etwas Schaumstoff zur Isolierung der Warmwasserschläuche, könnte die Familie etwa 15 Prozent Energie einsparen, so Steffen Engler. Das wären immerhin rund 300 Euro im Jahr.
„Eine Menge Holz, das wir gut gebrauchen können“, befindet Jacqueline Hellriegel. Für sie hat sich der Besuch des Energieberaters auf jeden Fall gelohnt.
