Tim, der Energie-Experte, beantwortet hier Eure Fragen. Wenn Ihr Tim auch eine Frage schicken wollt, dann klickt rechts im Kasten auf „Frage schicken“.
Jonas (12 Jahre) aus Rheinsberg fragt:
Wie kann man Strom aus Biomasse machen?
Antwort von Tim:
Hallo Jonas!
Für die Stromerzeugung aus Biomasse werden Pflanzen wie Mais, Raps und Sonnenblumen aber auch die Gülle von Kühen und Schweinen verwendet. Diese Sachen landen in einem Gärbehälter (Fermenter) und gären - es entsteht Biogas. Um nun aus diesem Biogas Strom zu produzieren, benötigt man ein Blockheizkraftwerk. Das funktioniert wie ein Automotor, bloß wird hierbei Biogas statt Benzin verwendet. Für die Stromerzeugung wird das Biogas in einen Zylinder mit Kolben gepumpt. Der Kolben bewegt sich zu Beginn nach oben und drückt das Gas zusammen - „er verdichtet es“. Ist das Biogas genug verdichtet, entzündet es sich oder wird entzündet und bewegt dabei den Kolben wieder nach unten. Diese Auf- und Abbewegung des Kolbens treibt einen Motor an. Der Motor wandelt mit Hilfe eines Generators die Kolbenbewegung in elektrischen Strom um.
Maja (7 Jahre) aus Wittenberge fragt:
Warum taut Salz das Eis auf Straßen und Wege?
Antwort von Tim:
Hallo Maja! Wenn es im Winter so viel schneit wie in diesem Jahr, können Autos nicht mehr fahren und Menschen nicht mehr ungefährdet auf den Bürgersteigen laufen. Deshalb wird in vielen Städten und auf vielen großen Straßen Salz gestreut. Denn Eis und Schnee fangen an zu tauen, wenn sie in Kontakt mit Salz geraten.
Das hat einen einfachen Grund. Wasser, in dem Salz aufgelöst ist, wird erst bei -21 Grad zu Eis. Normales Regenwasser aber beginnt schon ab Null Grad zu frieren. Streuen wir Salz auf Eis, dann wird auf der obersten Eisschicht Salz gelöst. Es entsteht eine dünne Schicht aus Salzlösung, die nicht mehr gefrieren kann. Diese Schicht aus salzigem Wasser schmilzt immer mehr Eis, bis es vollständig geschmolzen ist - wenn genügend Salz vorhanden ist.
So bleibt eine Salzlösung übrig, die durch die Kanalisation abfließt. Sie kann nicht mehr gefrieren, solange es nicht noch sehr viel kälter wird.
Damit das Salz auch dann da ist, wenn es gebraucht wird, wird es in vielen Städten vor dem in großen Hallen gelagert. Tausende von Tonnen Salz liegen da, um bei Eis und Schnee gestreut zu werden. Dauert der Winter aber sehr lange, dann kann das Salz knapp werden und muss erst aus fernen Ländern herbeigeschafft werden.
Natürlich könnte man auch mit normalem Kochsalz streuen. Aber das ist für die Straße viel zu schade.
Marius (11) aus Harsum fragt:
Wie wird die Wattzahl von Glühbirnen berechnet?
Antwort von Tim:
Hallo Marius! Mit Watt misst man die Energieleistung des Stroms. Überall wo Strom fließt, kann man seine Leistung also in Watt angeben. Und die Leistung so einer Glühbirne ist natürlich das Licht, das sie in einer Stunde produziert. Je höher die Wattzahl einer Glühbirne ist, umso größer ist ihre Leistung und damit auch ihr Stromverbrauch.
Bestimmt hast du schon gehört, dass die Glühbirnen mit den hohen Wattzahlen in den nächsten Jahren verboten werden. Das liegt daran, dass sie schädlich für das Klima und die Umwelt sind, denn sie können nur einen kleinen Teil des Stroms in Licht verwandeln. Und der Rest wird in ungenutzte Wärme verwandelt. Deswegen werden Glühbirnen auch so heiß, wenn sie eine Weile brennen. Wenn du wissen willst, wie viel Strom eine Glühbirne verbraucht, dann musst du nur die Anzahl der Stunden, in denen das Licht brennt, mit der Anzahl der Wattzahl malnehmen.
Hier ein Beispiel:
Deine Schreibtischlampe verbraucht laut Angabe auf der Glühbirne 40 Watt pro Stunde. Du liest nachmittags noch 2 Stunden lang ein Buch. Dann hast du verbraucht:
40 Watt mal 2 Stunden = 80 Wattstunden
Der Stromverbrauch wird nach Kilowatt-Stunden abgerechnet. Eine Kilowattstunde sind 1.000 Watt. Im Durchschnitt kostet eine Kilowattstunde etwa 18 Cent. Willst du wissen, was eine bestimmte Lampe am Tag an Stromkosten verursacht? Das kannst du mit dieser Formel ausrechnen:
Tagesverbrauch in Wattstunden mal 18 geteilt durch 1.000 = Stromkosten in Cent
Marika (11 Jahre) aus Friedland fragt:
Werden Strommasten auch mal angestrichen?
Antwort von Tim:
Hallo Marike! Die großen Strommasten, die man überall auf Felden und neben Straßen sehen kann, sind aus Stahl, und Stahl rostet mit der Zeit. Deswegen werden die Masten mit einer Rostschutzfarbe angemalt, damit Regen, Wind und Wetter den Türmen nichts anhaben können. Aber hin und wieder muss diese Farbe erneuert werden, und das ist, wie Du Dir bestimmt vorstellen kannst, ziemlich gefährlich. Denn die Masten schwanken bei starkem Wind hin und her und da muss man beim Lackieren natürlich mächtig aufpassen. Deswegen benutzen die Maler dabei keine normalen Leitern, sondern extra gebaute Plattformen, damit niemand herunterfällt. Erst wird die alte Farbe entfernt, und dann bekommt der Mast einen neuen Lack gegen den Rost. Der hält dann wieder ein paar Jahre.
Mario (10 Jahre) aus Berlin fragt:
Wie lange brauchen die Sonnenstrahlen, bis sie die Erde erreichen?
Antwort von Tim:
Hallo Mario! Die Sonne ist ziemlich weit weg von der Erde, nämlich etwa 150 Millionen Kilometer. Wenn man das als Zahl schreibt, sieht es so aus: 150.000.000. Und für so eine lange Entfernung braucht man ziemlich lange, sollte man meinen. Das Licht, und nichts anderes sind Sonnenstrahlen ja, ist aber sehr schnell. In einer Sekunde kann es etwa dreihunderttausend Kilometer schaffen. Nicht übel, oder? Wenn man das umrechnet, dann braucht ein Sonnenstrahl also 8 Minuten und 19 Sekunden, bis er bei uns auf der Erde ankommt.
